Abikon2000

 

 


Was muss man sich unter so einem Namen vorstellen?

Dieser Frage ging auch schon mal das Magazin "UB" nach und schrieb folgendes:

"AbiKon2000" - das klingt irgendwie nach einer Abschlussparty. Ist es aber nicht. Hinter dem Begriff verbrigt sich das spezielle Ausbildungskonzept der Freiwilligen Feuerwehr Eimeldingen (BW). Wie das genau aussieht können Sie hier weiter lesen.................... 

AbiKon2000 - das Konzept für die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr Eimeldingen

Der Ausbildung der Wehrmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eimeldingen wurde seit jeher eine hohe Priorität beigemessen. Aus diesem Grund wurden laufend Feuerwehrkameraden zu Fortbildungslehrgängen wie z.B. Gruppen- , Zugführer- oder Funklehrgang entsandt. Anlässlich einer Standortbestimmung in Sachen Ausbildung und dem Feedback aus den Reihen der Mannschaft wurden vier grundlegende Feststellungen gemacht: 

  1. Die Führungs- und somit Ausbildungskräfte haben, auf Grund der mehr oder weniger lange zurückliegenden eigenen Ausbildung, nicht den gleichen Wissenstand und bilden deshalb unterschiedlich aus.
  2. Es gibt in der Wehr keine Einrichtung, die systematisch Neuerungen bezüglich der Ausbildung erkennt, prüft und wenn nötig oder wünschenswert umsetzt.
  3. Es werden kaum Erfahrungen aus Einsätzen, Übungen oder aktuell besuchten Lehrgängen ausgewertet, aufgearbeitet und bei der Ausbildung umgesetzt.
  4. Es finden zu wenig Kontakte mit anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben statt.

Auf der Basis dieser vier Feststellungen entstand im Jahr 1999 das Ausbildungskonzept 2000, kurz „AbiKon 2000“ genannt, für die Freiwillige Feuerwehr Eimeldingen.

Im Konzept sind die folgenden Ziele formuliert:

  • Ausbildung gemäss den bestehenden Vorschriften in Anlehnung an die Praxis
  • Vermittlung einheitlicher Ausbildungsinhalte durch alle Ausbilder
  • Ausbildung nach neuesten Erkenntnissen
  • Nach unseren Möglichkeiten optimal ausgebildete Wehrmitglieder
  • Optimal vorbereitete Schulungsveranstaltungen
  • Gleicher Kenntnisstand aller Ausbilder
  • Gegenseitiger Austausch von Informationen
  • Förderung der Weiterbildung der Ausbilder
  • Spaß am ausbilden und ausgebildet werden

Um diese Ziele erreichen zu können, ist es laufend notwendig, den aktuellen Ausbildungsstand zu kennen. Dazu sieht das Konzept die folgende Vorgehensweise vor:

  • Befragung der Einsatzabteilung bezüglich Stärken / Schwächen / Ausbildungsbedarf
  • Auswertung von Einsätzen /Übungen / Abschlussübungen / Alarmübungen etc.
  • Auswertung von Übungen anderer und Vergleich zu unserem Leistungsstand .
  • Befragung Dritter wie Ausbildungsleiter besuchter Lehrgänge oder Personal z.B. der Atemschutzstrecke über die Leistung der Wehrmitglieder
  • Analyse der Stärken / Schwächen der Wehr im Kreis der Ausbilder

Das AbiKon 2000 – Team ist grundsätzlicher ein offener Kreis, setzt sich aber aus einem Kernteam mit folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Zug- und Gruppenführer
  • Gerätewart

Bei Bedarf wird auf das Fachwissen anderer, auch externer Fachkräfte, zurückgegriffen um das Ausbildungsteam zum einen zu schulen, aber auch um an Schulungsveranstaltungen aktiv teilzunehmen. Es sind dies:

  • Spezialisten wie :
    1. Rettungsassistenten
    2. Kraftfahrzeugmechaniker
    3. Zimmermann
    4. Elektriker
    5. Chemiespezialisten
    6. Schlosser
    7. und weitere
  • Wehrmitglieder, die frisch von Schulungen kommen
  • Wehrmitglieder aus anderen Wehren mit Spezialwissen
  • Kreisausbilder
  • Polizei, DB AG, THW, DRK, BGS, weitere

Der zu vermittelnde Unterrichtsstoff ist in fünf Fachgebiete aufgeteilt. Diese sind im Einzelnen:

  • Brandbekämpfung
  • Technische Hilfeleistung
  • Atemschutz
  • Fahrzeug- und Gerätekunde
  • Funk

Für jedes dieser Fachgebiete sind ein bis zwei Mitglieder des Teams schwerpunktmässig zuständig. 
Als Mittel zur Erreichung der Zielsetzung ist folgendes Vorgehen angestrebt:

  • Es wird pro Jahr ein Ausbildungsplan auf Grund der vorgenannten Ist – Analyse zum Stand der Ausbildung erstellt.
  • Anlässlich der Teambesprechungen werden Schulungsziel und – inhalt der einzelnen Ausbildungsabschnitte definiert
  • Es werden die jeweils zugehörigen Dienstvorschriften gesichtet und die praxisbezogene Umsetzung vereinbart
  • Es werden Fachartikel gesammelt, gesichtet und die Möglichkeit des Einbezugs in die Schulungseinheiten geprüft
  • Wo nötig, wird Spezialwissen zugezogen
  • Die Schulungsdurchführung, der Schulungsort und die für die Schulungseinheit zuständigen Ausbilder werden definiert.

Die Besprechungen des AbiKon 2000 – Teams finden 8 – 10 Mal / Jahr, spätestens eine Woche vor dem nächsten Schulungstermin statt und dauern in der Regel max. 2 Stunden. Spätestens eine Woche vor jeder Besprechung ergeht an die Mitglieder des Teams das Protokoll der letzten Besprechung und die Einladung mit den Besprechungspunkten der nächsten Teamsitzung. 
Um die Erreichung der Zielsetzung zu kontrollieren, findet jährlich eine Erfolgskontrolle in Form einer Beurteilung der Ausbilder und in Form einer Befragung der Mannschaft mit Hilfe von Fragebögen und durch persönliche Gespräche statt. Außerdem werden die Feuerwehreinsätze und die Schulungsveranstaltungen auf Verbesserungen hin analysiert. Zweimal jährlich legt das AbiKon 2000 – Team dem Feuerwehrausschuss einen Sachstandsbericht zur Situation im Bereich Ausbildung vor. Die Arbeit im Team ist sicher interessant und lehrreich, aber auch mit Aufwand verbunden. Um trotzdem die Lust daran nicht zu verlieren und um bei Rückschlägen nicht den Mut zu verlieren, steht über dem gesamten Konzept das Motto:


„Hüte Dich nicht vor kleinen Schritten, 
hüte Dich aber davor, stehen zu bleiben.“